Das nachhaltige Haus der Zukunft wird aus Holz gebaut. 

Was als Baustoff seit Jahrhunderten bekannt ist, erlebt im 21. Jahrhundert eine Renaissance. Woraus früher Hütten gebaut wurden, daraus können heute ganze Paläste des nachhaltigen Wohnens erbaut werden, die Komfort mit Wohlbefinden verbinden. Holz ist vielseitig, mit wenigen Werkzeugen und ohne größere Umstände leicht zu bearbeiten und es ist ein Paradebeispiel an Nachhaltigkeit. Zudem bietet Holz eine gute Wärmedämmung und damit eine verbesserte Energieeffizienz. Holzhäuser sind nachhaltig und ökologisch. Dank der Fertighausbauweise, nach der sie nun auch geliefert und gebaut werden können, senkt das Bauen die Energiekosten um ein Vielfaches. Holz ist einer der wenigen Baustoffe, die wirklich nachhaltig sind, denn es ist nachwachsend, im Gegensatz zu Beton, dem herkömmlich verwendeten Baustoff. 

Prinzip Baukasten 

Was billig und instabil klingen mag, ist in der Realität des Bauens nicht billig, sondern günstig, nicht instabil, sondern äußerst robust. Der Aufbau dauert nur wenige Tage; das zeichnet sich positiv in den Kosten ab.

Was genau bedeutet Baukasten?

Der Hersteller liefert bereits vormontierte Teile, die problemlos transportabel sind. Der Bauherr leitet die Aufbauarbeiten des Rohbaus und nimmt den Innenausbau in Eigenregie vor. Welchen Anteil der Hersteller und der Bauherr jeweils am Fertighaus haben, d.h. wie viel Zeit und Geld der Bauherr in sein neues nachhaltiges Fertighaus investieren muss, das ist abhängig von der Art des Hauses. Man unterscheidet:

Bausatzhaus

Dieses ist der Traum eines jeden Hobbyhandwerkers, denn der Bauherr wird zu 90 % selbst tätig. Der Hersteller ist nur dafür zuständig, die Bauteile zu liefern. Außenaufbau, Befestigung und Innenausbau übernimmt der Bauherr. Dieser ist überaus frei in der Gestaltung seines neuen Heims. Weil Holz ein verarbeitungsfreundlicher Baustoff ist und zudem sehr viel Kreativität im Zuschnitt zulässt, sind der Phantasie des Bauherrn über Formen und Farben nur die Grenzen der Statik gesetzt. Der Bauherr kann mehr als bei jeder anderen Hausbaulösung gestalten. – Die Herausforderung: Der Bauherr muss sich im Klaren sein, wie das fertige Haus aussehen soll, er muss sehr viel Zeit in den Aufbau investieren und mit vollem Einsatz und Herzblut dabei sein. Insofern der Bauherr kein Multitalent in allen Handwerksbereichen ist, sollte er spezialisierte Aufgaben, beispielsweise das Sanitäre, outsourcen. 

Ausbauhaus

Die mittlere Stufe zwischen Marke Eigenbau und komfortablem Bau bis zum Bezug ist das Ausbauhaus. Der Bauherr ist nicht zu 90 % selbst tätig, denn die Teile werden vom Hersteller nicht nur angeliefert, sondern auch aufgebaut. Wie viele Stockwerke aufgebaut werden und ob das Dach mit aufgebaut wird oder ob das Ausbauhaus mit Dach aufgebaut wird, das entscheidet der Bauherr in Abstimmung mit dem Hersteller. Der Innenausbau hingegen liegt voll und ganz in der Hand des Bauherrn. – Die Herausforderung ist auch hier der zeitliche Aufwand. Die sanitären Ausbauten, Elektroarbeiten, Bodenuntergrund und Bodenbelag, die nachhaltige Dämmung, sämtliche Türeinbauten und das Fliesen der Nasszellen sind Sache des Bauherrn. 

In diesem Sinne ist das Ausbauhaus das ideale Projekt für einen Bauherrn, der entweder solche Arbeiten in Eigenregie erledigen kann – sehr aufwändig in Kraft und Zeit – oder einen Bauherrn, der das Projekt in Gemeinschaft anpackt. Wenn man die entsprechenden Fachleute kennt oder zu seinen Freunden zählt, bedeutet das Ausbauhaus ein nachhaltiges Bauen par excellence: Nachhaltige Baustoffe werden preisgünstig in Gemeinschaft zusammengefügt. Das Ausbauhaus hat einen weiteren finanziellen Vorteil: Wenn Eigenleistung am Bau erfolgt, ist auch ein Kredit leichter zur bekommen. Zahlreiche Banken honorieren die Muskelhypothek. Als Bedingung stellen manche Kreditinstitute den Nachweis nötiger handwerklicher Fähigkeiten. Ausgereiftes und erfolgversprechendes handwerkliches Geschick sollte dem Bauherren schließlich das eigene nachhaltig gebaute Heim Wert sein. 

Der Kürze der Zeit, die der Aufbau des Ausbauhauses benötigt, geht eine qualitativ hochwertige Produktionsphase voran. Diese ist deshalb hochwertig, weil sie einerseits vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) streng überwacht wird. Andererseits findet die Montage unabhängig von der Witterung statt. Der Aufbau muss nicht wegen Unwetters verschoben werden, denn die Teile werden in der Produktionshalle vormontiert. Der Bauherr kann bequem nach Sichtung der Wettervorhersage den Aufbautermin bestimmen und das Gebäude mit Aufsetzen des Daches witterungsfest machen.

Schlüsselfertiges Haus

Die Übergabe eines schlüsselfertigen Hauses ist vergleichbar mit der Übergabe eines Kraftfahrzeugs. Die Auswahl ist getätigt, die Extras sind wunschgemäß hinzugefügt, der Vertrag ist unterzeichnet, die Kaufsumme ist gezahlt, die Behördengänge sind erledigt, die Schlüssel werden übergeben und die Fahrt kann beginnen. Das Auto wird heimgeholt. 

Das schlüsselfertige Haus hingegen wird nicht heimgeholt, es wird zum neuen Heim. Beim schlüsselfertigen Haus hat der Bauherr wenig mit dem Aufbau des Hauses selbst zu erledigen. Der Hersteller liefert das Haus komplett oder er baut es am Zielort auf. Dem Bauherrn bleiben die Behördengänge und die Verhandlungen mit Handwerksbetrieben erspart. 

„Schlüsselfertiges Haus“ ist, das sollte man beachten, eine weit gefasste Definition. Ob nur das Haus selbst damit gemeint ist oder ob das Angebot auch die bautechnischen Einrichtungen umfasst, sollte der Bauherr im Vorhinein abklären. Es schützt vor nicht vorhergesehenen Nebenkosten. Vorher vorzunehmende Arbeiten am Fundament, die Einrichtung von Abflusseinrichtungen und die Abgrenzung des Gartens ist in der Regel nicht mit im Leistungsumfang des Herstellers einkalkuliert. 

Der Innenausbau des schlüsselfertigen Hauses ist ebenso Sache des Bauherrn. Er sollte selbst dafür Sorge tragen, welche Farbe die Wände haben sollten und auf welchem Bodenbelag er in seinem eigenen Heim gehen möchte. Ihm obliegt die Planung der elektrischen Anschlüsse, die Auswahl der Versorgungsträger und der Anschluss der sanitären Anlagen. Im optimalen Falle hat der Bauherr hier eigene vertrauenswürdige Handwerker zur Hand. 

Das schlüsselfertige Haus ist die beste Lösung für den Bauherrn, der die Planung seines Eigenheimes mit Beratung des Herstellers am Computer vornehmen, sich möglichst wenig mit dem Hausaufbau selbst beschäftigen möchte und der für die Beschäftigung des Herstellers und der Handwerker etwas tiefer in die Geldbörse greifen möchte. 

Und trotzdem: Achtung vor preisgünstigen Lockangeboten! Sie umfassen häufig nur das Grundmodell des zukünftigen Hauses. Der Anbau von Garagen, Terrassen, Balkonen und anderen Extras ist häufig kostenintensiver. Dies sollte vorher mit dem Hersteller vereinbart werden. 

Wenig Energie für viel Platz

In die Energiebilanz eines Hauses fließt nicht nur der Energieverbrauch ein, der während des Wohnens verzeichnet wird, sondern auch jener, der während des Hausbaus anfällt. Je aufwändiger die Verarbeitung, je mehr Werkzeuge verwendet werden müssen, je weiter die Wege zum Transport der Baustoffe befahren werden müssen, je größer der Recyclingaufwand aus wiederverwendbaren Stoffen ist – desto desaströser fällt die Energiebilanz aus. Es gilt: Weniger ist mehr. Idealer Weise stammen die Hölzer aus heimischem Anbau, dessen Nachwachsen gepflegt wird. Praktischer Weise sind, besonders bei Ausbauhäusern, die fertigen Teile schon so weit fertig montiert, dass ein Minimum an Werkzeugen vor Ort benötigt wird. Mit der Wahl des nachhaltigen Baustoffes Holz ist die beste Wahl des Baustoffes geschehen. Holz ist belastbar und, gut behandelt und imprägniert, sehr widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse und vielseitig einsetzbar. Die Energiebilanz von Holz hinsichtlich der Dämmung ist geradezu herausragend. 

Dämmeigenschaften und gesundheitliche Verträglichkeit 

Aufgrund seiner hohen Dichte ist Holz ausgezeichnet für die Dämmung geeignet. Es hält gleichermaßen Wärme und Kälte davon ab, ins Gebäude einzudringen. Die sich daraus ergebende Einsparung an Energie schlägt sich positiv in der Energiebilanz nieder. Die Lärmdämmung wird durch Holz maßgeblich positiv beeinflusst. Beachtung ist trotzdem geboten: Zusammengefügte Teile müssen verdichtet und versiegelt werden, um den Luftdurchzug zu verhindern. Durchzug und Feuchtigkeit sind trotz aller guten Dämmeigenschaften die Hauptfeinde des Holzes und damit auch des Menschen und seiner Gesundheit. Fachmännisch verdichtet und verarbeitet hingegen ist Holz der Gesundheit sehr zuträglich. Mit einer guten Imprägnierung bietet sich dem Schimmel kein Nährboden und es besteht für die Gesundheit keine Gefahr. Auch Allergiker müssen keine Reizungen fürchten. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, schützt sich mit Filtern vor Pollen und achtet auf regelmäßiges Lüften, um den Feinstaub in der Luft zu verringern. 

Die gute grüne Wende

Ganz unbekannt ist die Methode, beim Hersteller in der Fabrik vormontierte Bauteile zu einem Haus zusammenzufügen, nicht. Die USA war schon 1902 Vorreiter mit dieser Bautechnik – Berlin, Paris, Mannheim, München und Hoyerswerda folgten. Mit der „Wohnungsbauserie 70 (kurz „WBS 70“, im Volksmund „Plattenbau“ genannt) etablierte sich in den 1970er Jahren der DDR die Bautechnik mit dem Anspruch, sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen. Die soziale Nachhaltigkeit war gegeben, die Ästhetik litt hingegen bei dieser Einheitsbauweise. 

Die Baumethode erwies sich als fortschrittlich und schnell, die Baustoffe ließen beim Faktor Nachhaltigkeit jedoch einiges zu wünschen übrig. Beim Abriss eines Plattenbaus aus Stahlbeton muss der Beton aufwändig vom Stahl gelöst, der Stahl umständlich entsorgt, der Beton geschreddert werden, um als Baustoff wieder Verwendung zu finden. Für nachhaltiges Bauen haben diese Baustoffe ausgedient. 

Nachhaltiges Bauen bedeutet dann einen Fortschritt, wenn es schnell geht und umweltfreundlich. Das ökologische Fertighaus aus Holz ist nachhaltig. Die grüne Wende im Sektor nachhaltiges Bauen ist mit der Methode Fertighaus geschafft.

Um die Gefahr aus der Tiefe zu bannen, wird bei vielen Fertigbauhäusern auf fossile Brennstoffe verzichtet. Ein Heizöltank kann im Keller eines Holzhauses schnell zur Gefahr werden. Deshalb sind Fertigbauhäuser darauf ausgerichtet, ihre Energie mittels Photovoltaik aus der Sonne zu gewinnen. Geologische und biologische Energiegewinnungsverfahren finden auch Anwendung. Dies ist brandschutztechnisch von großem Vorteil und nach ökologischen Gesichtspunkten absolut auf der Höhe der Zeit. 

In einem Fertigbauhaus aus Holz verbinden sich alte Technik mit innovativer Technologie des nachhaltigen Bauens und ökologischer Nachhaltigkeit.